Sonntag, 27. Januar 2013

Nadelgebundene Socken Teil 2 – Licht am Horizont …

hallo allerseits…
nach dem ganzen Weihnachtstrubel und einem kleinen Missgeschick, wo mein kleiner Finger sich mit einem sehr scharfen Messer angelegt hatte Zwinkerndes Smiley

 Snapshot_20130122_1 und ich gut 10 Tage außer Gefecht war, geht es jetzt in den Endspurt …

Jetzt ist mein Finger wieder relativ aktionsfähig und ich habe mich bis an die letzten Reihen der Ferse bei den in meiner Anleitung beschriebenen Socken vorgekämpft. Da ich bereit einige Male nach Fotos gefragt wurde hier eines wo vor allem die Sicherheitsnadeln und die kleinen mit links und rechts beschrifteten Holz - Wäscheklammern zum Maschen markieren erkennbar sind.

PIC_0005

Da bei meinem Finger morgen die Fäden raus dürfen und die Naht nur noch mit Pflaster überklebt ist, sitze ich jetzt wieder dabei und versuche in der kommenden Woche die Socken soweit fertigzustellen das meine Mummy sich noch mit Stricknadeln einen Schaft anstricken kann. Das war ihre Idee nicht meine aber eigentlich echt klasse  Cooles Smiley , denn Naalbinding hält mehr aus als gestricktes und der Schaft geht besser und weicher mit Stricken

Freitag, 30. November 2012

Nadelgebundene Socken – eine Anleitung von der Wade zu den Zehen …

Ich versuche einmal euch zu erklären, wie ich am liebsten alltagstaugliche nadelgebundene Socken herstelle. Ich habe viele verschiedene Ideen ausprobiert bis ich meine Idealform zusammenhatte.


Für die verschiedenen Sticharten empfehle ich euch folgende Links

Also hier nun die Schritt für Schritt Anleitung

  1. Eine Luftmaschenkette aufnehmen, die am Beginn der Wade locker herumpasst; d.h. lieber ein paar Maschen mehr und einen Finger als Abstandhalter zwischenstecken beim Abmessen.
    Bitte beachtet, das ihr eine Gesamtmaschenzahl benötigt, die sich durch 3 teilen lässt
  2. dann mindestens 2 Reihen nadeln und wieder testen, ob der Umfang passt. Wenn es doch nicht passt, heißt es alles wieder neu von vorn beginnen. Ob man jetzt alles aufmacht oder einfach komplett neu beginnt ist jedem selbst überlassen.
  3. Wenn das alles passt, den 2. Socken mit der gleichen Maschenzahl anfangen und bis zum gleichen Stand, wie die erste Socke nadeln.
  4. ab jetzt kommen Mini-Sicherheitsnadeln in größerer Zahl zum Einsatz. Denn jetzt werden Maschen gezählt. Jede Runde einmal in 3 gleiche Teile teilen und jedes Mal die Teilstücke mit Sicherheitsnadeln als Maschenmarker aufteilen. Ihr benötigt 1/3 über dem Span und die restlichen 2/3 werden benötigt, um hinten um die Ferse rumzukommen.
    Also nadeln wir den Spanabschnitt mit Verbindungsstich und den Abschnitt um die Ferse wird aus Luftmaschen gebildet und dann an der Markierung zu Beginn des Spannabschnittes per Verbindungsstich wieder angenadelt.
  5. jetzt wird erst einmal gemessen wieviel Zentimeter von der Spannrunde zum ersten Zeheneinschnitt man benötigt und diese Strecke durch 2 geteilt.
  6. jetzt vom Spann nadelnd die Hälfte der ermittelte Gesamtstrecke zurücklegen.
    Achtung! bitte dies bei beiden Socken gleichzeitig machen!
  7. jetzt wird's spannend denn meistens ist der Umfang den man für den Spann benötigt größer als der Umfang des Zehenansatzes. Daher wird jetzt das Drittel das über den Spann läuft noch einmal zum Abnehmen nach dem altbekannten System vorbereitet. Sicherheitsnadeln markieren die Abschnitte.
    hier ein Beispiel aus der Praxis:
    Der Spannabschnitt hat 27 Maschen und durch probieren habe ich festgestellt, das 12 Maschen zuviel sind. Daher bekommt Masche Nr. 13 (die Mitte des Abschnittes) eine Markierung und ich gehe von dieser 6 Maschen zurück und 6 Maschen von der Mittelmasche vorwärts und markiere mit Sicherheitsnadeln.
  8. Beim Abnehmen fange ich an den beiden Sicherheitsnadeln an die den Beginn der 6er Maschengruppe zur Mitte hin markieren und nehme zur Mittelmarkierung hin jeweils “aus 2 mache 1 Masche” von außen nach innen ab.
  9. Wenn der Zehenabschnitt dann erreicht ist, dann wird rechts und links am Übergang von Sohle zum Oberfuß mit Sicherheitsnadeln eine Markierung gesetzt, wo dann begonnen wird abzunehmen.
    Die Abnahme zum Schließen der Zehenspitze ist dann eine sehr individuelle Sache.
    Hier zwei Beispiele:
    a) Am großen Zeh wird nach aus “2 wird 1” abgenommen und am kleinen Zeh aus “3 wird 1”
    b) an beiden Seiten wird nach aus “2 mach 1” abgenommen und dann die Spitze als Rosette rückwärts geschlossen.
  10. Die Ferse wird an der Aufteilung des Spanns angesetzt und erst einmal eine komplette Runde genadelt. Zum Neuansetzen des Fadens schaut euch die Videoerläuterungen zu den Verbindungsstich F1 und F2 von Sanna-Mari an.
    Am Übergang zur nächsten Runde beginnt man dann in beiden Ecken mit dem Abnehmen. Die Hälfte der Abnahmestrecke an der Ferse wird konsequent nach dem System aus 2 mach 1 oder aus 3 mach 1, je nach Stichart, abgenommen und dann wieder mit der “Rosette rückwärts” verschlossen.
    Bitte zwischendurch das Anpassen und gleichzeitige parallele Arbeiten an beiden Socken nicht vergessen!
  11. Wer nicht für sich selbst Socken nadelt, dem sei folgendes empfohlen:
    Fußabformung mit Plastiktüte und Paketklebeband
    Dem Empfänger der Socken eine Plastiktüte über den nackten Fuß ziehen und fest vom Zeh beginnend mit soviel Klebeband umwickeln das eine stabile Form entsteht. die Form dann an der Achillessehne entlang vorsichtig aufschneiden und beschriften nicht vergessen. Dann mit Füllmaterial wie eine weitere Plastiktüte ausstopfen.
    So kann man in Ruhe arbeiten und anpassen ohne das das Fußmodel live anwesend sein muss.

 

Viel Spaß beim Nacharbeiten und gutes Gelingen.

Montag, 12. November 2012

Weihnachten droht mal wieder …

…. und ich häng an der Wollnadel Cooles Smiley ….

In den letzten Wochen sind diverse Naalbinding-Projekte durch meine Finger gegangen und es entstanden bzw. sind noch am Entstehen kleine Werkelei die dann zu Weihnachten unter den Baum kommen sollen Zwinkerndes Smiley

Bereits verschenkt habe ich ein Paar Stulpen aus braun-beiger Wolle mit Polyanteil im Oslo-Stich und bei meinen ersten Fingerhandschuhen mit dem Coptic Stich bin ich noch bei die letzten Finger anzusetzen.

Doch es ist ja immer so …. 1. kommt es anders und 2. als man denkt …
Letzte Woche kam Alvara beim monatlichen Handarbeitstreffen endlich mit der Sockenwolle an, die ich schon so lange bei ihr bestellt hatte. Aber auch hier wirft der Weihnachts-Werkel-Wahn seine Schatten voraus.
Also hieß es den richtige Stich für die Wolle zu finden, da sie dünner ist als die, die ich gewöhnlich nutze. Aber dann stieß ich in den YOUTUBE-Videos von Samato 09 auf den Korgen Stich und war so fasziniert, das ich einen ganzen Tag investierte um ihn zu lernen Verlegenes Smiley und es hat sich, soweit ich es bis jetzt einschätzen kann, gelohnt… der Stich ergibt ein süßes Fischgrätmuster auf den Socken .

So und jetzt geh ich wieder an meine Wolle… denn wir haben ja nur noch 6 Wochen bis Weihnachten ….

Sonntag, 21. Oktober 2012

Für eine Darstellung mit dem Recherchieren beginnen oder ……

…wie das Ideensammeln für eine Reenactmentrecherche nicht zu trocken wird,
oder auch wie hole ich mir Anregungen um einen roten Faden, ein Gefühl für die Recherchen zu finden.

Da auf einem gestrigen Treffen von einigen Reenactors für einen Neueinsteiger dieses Thema aufkam, dachte ich mir, ich erzähle einmal davon, woher ich meine Anregungen für die “Recherche-Vita” meiner Ratzeburger Slawin des 9. Jahrhunderts mir geholt habe.
Eigentlich für jemanden wie mich, der auch Wert auf eine möglichst korrekte Umsetzung seiner Recherchen legt, ein vielleicht ungewöhnliche Methode sich seiner Darstellungsidee zu nähern, aber für mich war es die effektivste.

Also… lange Rede kurzer Sinn Zwinkerndes Smiley , um eine Inspiration zu finden, wie ich mein “Alter Ego” ein bisschen drumrum ausfüllen kann, habe ich gut recherchierte historische Romane, die meine Darstellungszeit und Region beinhalten, angefangen zu lesen.

Daher hier als Tipp meine Roman-Bücherliste zum
Thema Frühmittelalter und dem Slawen-Sachsen-Konflikt:

  • Die letzte Priesterin” von Renata Petry – ISBN 3-453-12452-9
    Der Plot des Buches spielt regional in den heutigen Landkreisen Ratzeburg, Ostholstein und Nordwestmecklenburg und zeitlich geht es um die Zeit der beginnenden Christianisierung der Region östlich des Limes Saxoniae und den daraus resultierenden Auseinandersetzung zwischen den Sachsen und Slawen. Protagonistin ist hier eine Slawin aus Ratzeburg.
  • Die Priestertochter” von Titus Müller - ISBN 978-3-7466-2457-0
    Basis der Geschichte ist die Tochter eines slawischen Hohepriesters aus dem alten Rethra während der Wirren der beginnenden Christianisierung und ihre Erlebnisse auf einer Reise. Es geht viel um Politik und Religionsansichten. Sehr gut geschriebener und recherchierter Roman; und in meinen Augen ein Buch aus der Feder von Titus Müller was oft viel zu wenig Beachtung erfährt.
  • Die Chronik eines Mönches” von Sven R. Kantelhardt  - ISBN 978-3-941404-98-4
    Dies Buch ist aus der Sichtweise eines christlichen Mönches geschrieben und führt in die Region zwischen Ratzeburg und dem Schaalsee. Der Basisplot beschreibt die Rettung des Mentors des Mönches aus einer slawischen Burg. Ich fand es wichtig, auch die sächsisch-christliche Seite beleuchtet zu wissen, um die verschiedenen Sichtweisen zu verstehen. Man merkt, das der Autor gelernter Arzt (Neurochirurg u.a. in Lübeck) ist und vieles auch aus dem medizinischen Blickwinkel einfließen lässt.

Noch anzumerken ist, das alle 3 Autoren sehr gut und gründlich recherchiert haben und man als Reenactor die Freiheit des Schriftstellers berücksichtigen muss und nicht 1:1 vieles übernehmen kann. Aber als Ideenlieferanten für weitere sind die oben genannten Bücher sehr gut geeignet.

Freitag, 12. Oktober 2012

Stettin [7] – Nachtrag nach einem Bibliotheksbesuch in Travemünde

Nachdem ich vor ein paar Tagen die Vereinsbibliothek des Pommerschen Greif in Travemünde aufgesucht habe, könnte ich mich ein bisschen ärgern. Denn nach der dort vorhandenen Literatur sind einige Dokumente, vor allem Grundbucheinträge meiner Pommerschen Vorfahren voraussichtlich noch in Stettin erhalten, und ich habe die Gelegenheit zum Nachforschen auf der Reise nicht wirklich genutzt aber warum sich über ungelegte Eier aufregen, dann gibt es halt andere Möglichkeiten an die Dokument-Kopien zu kommen.

Vielleicht kann ich ja in knapp einem Jahr ein paar Sachen so hinbiegen, das ich mehrere Stationen auf eine Tour legen kann… Nachdenkliches Smiley

Der Herbst ist da und meine Ahnen wollen neu sortiert werden

hallo liebe Leser,

bevor ich anfange zu erzählen eine kurze Anmerkung; ich hoffe das ich meinen Blogger-Stilelemente beibehalten kann, da ich ganz neu versuche mit einem externen Bloggerprogramm zu schreiben Zwinkerndes Smiley.

Aber nun zu dem was ich erzählen wollte.
Seit letztem Winter bastle ich an einem meiner Familienzweige rum und versuche den sinnvoll zusammenzusetzen. Ansätze waren mir mit Hilfe von netten Mitforschern bereits im Frühjahr 2012 gelungen, aber dann kam der Sommer und ich habe mich um meine Mittelalterdarstellung gekümmert. Die Notizen blieben liegen und schlummerten den Sommer über vor sich hin. Es kamen im Sommer auch noch ungeplant und per Zufall Information zu Nachfahren also um x-ecken Verwandtschaft, dazu.

Also hieß es jetzt im Oktober, Ahnenprogramm reaktivieren und eingeben bis die Fingerspitzen streiken und der Kopf raucht.
Bedanken möchte ich mich auch noch einmal öffentlich bei meinen Vereinskollegen vom Pommerschen Greif , die mir über unsere Mailingliste nach meinem Hilferuf Tipps und Links zumailten, sodass das Projekt partitionierten Familienzweig vermutlich gelungen ist. Denn das Problem bestand darin, das ein Geburtsort nicht auffindbar war.
Aufgelöst hat sich das folgendermaßen. Einerseits ein Lesefehler meinerseits:
Ich habe in Sütterlin das ee als u gelesen und dann war die Gemeinde zu heutiger Zeit ein Ortsteil einer Samtgemeinde geworden, die jetzt einen Doppelnamen führte.
Aber nun passt es und die Entfernung ist in der Zeit meiner Altvorderen binnen eines guten Tagesmarsches auch überwindbar gewesen und damit stimmig.

Die 2. Überraschung kam aus dem ganz hohen Norden, aus Dänemark; ein Mitglied der Vereinsmailingliste wies mich auf eine Namensgleichheit und ähnliche Geburtsorte in historischen dänischen Volkszählungslisten hin. Ich bin gespannt was dabei herauskommt.


Denn bereits jetzt umfasst mein geografisches Suchgebiet schon folgende Ausdehnung:

  • Am weitesten im Westen: Koblenz
  • Am weitesten im Osten: eine Linie zwischen Westpreußen (Danzig) und Posen
  • Am weitesten im Süden: Den Großraum Erlangen (Bayern)
  • Am weitesten im Norden: Schleswig-Holstein

Sollte von meinen Nordlichter-Ahnen einer eine Familien-Verbindung nach Dänemark haben, vergrößert sich mein ohnehin schon großes Suchgebiet erneut Verwirrtes Smiley

Montag, 24. September 2012

Stettin[6] - ein vorläufiges Fazit

Zuerst einmal möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei unseren beiden Begleiterinnen und Übersetzerinnen herzlich für die Hilfe und Unterstützung zu bedanken :-)).

Und unserer ORGA kann ich mitteilen, es war sehr viel Programm, sehr interessant und lehrreich. 

Mir hat es ein bißchen die Manschetten vor einer neuen Stadt und auch vor den Arbeitsweisen der Archive genommen und ich denke das ist ein wichtiger Effekt derartiger Touren. Außerdem fand ich es toll einmal mit Leuten sich länger austauschen zu können die ahnliche Interessen haben :-)

Sonntag, 23. September 2012

Stettin [5] - Heute geht's wieder nach hause

So heute letzter Tag und letzte Gelegenheit noch ein bißchen Stettin zu entdecken, denn heute nachmittag gehts wieder auf die Autobahn Richtung Lübeck.

Nach dem Frühstück und Koffer fertig packen, wurde in einer Zusammenkunft gemeinschaftlich Bilanz gezogen, wie allen die Reise gefallen hat. Das Urteil, soweit ich das mitbekommen habe, war durchweg positiv.

Danach ging es für die, die wollten zu einem deutschsprachigen Gottesdienst. Ich bin nicht mit reingegangen sondern habe die Zeit auf einer Bank draußen genutzt, noch einmal Luft zu holen.

Danach ging es noch zu einer Hafenrundfahrt durch den Stettiner Hafen.

Ein paar Fotos von der Wasserseite auf die Innenstadt waren dann doch noch fällig ;-)

  

  

Nach dieser 1stündigen Tour, von der ich finde, das man sie nicht unbedingt machen muß, jedoch ist die Kombination von Hafengelände und Natur(schutzgebieten) schon etwas besonderes. Aber vielleicht war ich auch sschon von den Tagen vorher zu kaputt um für die Schiffstour noch aufnahmefähig zu sein ;-)...

Danach ging es zurück ins Hotel die unser Gepäck bis zur Abreise in einem Raum weggeschlossen hatten und unser Bus stand kurze Zeit später vor der Tür um uns wieder nach Travemünde zu fahren.

Auf dem Rückweg habe ich sobald mein Handy wieder deutsches Netz hatte bereits im Bus angefangen den Reisebericht fertigzuschreiben und hochzuladen und bitte daher die Schreibfehlerteufel zu entschuldigen ;-) ^^

Wir waren gegen 19:00h wieder in Travemünde und alle haben sich dann auf ihre Wege gemacht.... 

Samstag, 22. September 2012

Stettin [4] - vormittags abseilen und nachmittags wieder volles Programm

heute morgen habe ich mich nach dem Frühstück aus dem Programm "abgeseilt" und bin noch einmal ins Stadtmuseum während der Rest der Gruppe sich zu einer Führung auf dem Stettiner Zentralfriedhof getroffen hatte.

Ich war kurz vor Öffnung am Museum und wurde dann um 10:00 h eingelassen und hatte quasi die gesamte Mittelalterabteilung für mich ;-) .
Die Mitarbeiter des Museums waren sehr nett zu mir, da eine unserer Übersetzerinnen am Vortag bereits den Grund meines heutigen Besuches erklärt hatte. Ich bekam, als ich auf dem Fußboden liegend die unteren Teile der Vitrinen en detail begann zu fotografieren ein kleines Sitzkissen, da das Museum im Erdgeschoß über einen Steinfußboden verfügt. Die Aufteilung der Zeitabschnitte des Museums kann man sich wie folgt merken: 

  • Erdgeschoß = Beginn der Besiedlung und Mittelalter
  • mittlere Etage = Beginnende Neuzeit, 30jähriger Krieg bis ins 19/20. Jahrhundert
  • eine spezielle Präsentation über das 20.Jahrhundert mit einem beispielhaften Vergleich wie Lebensläufe eines Deutschen und eines Polen ab ca 1930er Jahre hätten aussehen können.

Zurück zur Mittelalterabteilung...
hier habe ich mir speziell die ersten Vitrinen mit Funden vorgenommen, die sich mit der Zeit 9.-13. Jahrhundert befassen.

Die Rechercheergebnisse erscheinen mir auf den ersten Blick positiv, eine spätere genauere Auswertung wird eine endgültiges Urteil ergeben. 
An interessantesten waren für mich die Funde von Textilien und Handarbeitsgeräten, da ich dabei bin, mich in meiner Darstellung weiter auf dieses Fachgebiet zu spezialisieren.  

Als Treffpunkt war zum Mittag der Hauptbahnhof von Stettin vereinbart worden.

Hier ging es dann in die unterirdischen Bunkeranlage des Bahnhof, die in dem von uns besichtigten Teil aus dem 2. Weltkrieg stammt. 
Für mich eine Gelegenheit ein Gefühl dafür zu bekommen was meine Vorfahren während dieser Zeit in Hamburg erlebt haben müssen. Es war sehr eindrucksvoll.

Nach einem Zwischenstop im Hotel ging es später am Nachmittag zur Kultur-Gesellschaft der deutsch-polnischen Minderheit, wo es 2 weitere Vorträge gab ...

Einmal über die Entwicklung des Luftverkehrs in der 1.Hälfte des 20.Jahrhunderts in Bezug auf die insgesamt 4 Standorte in Stettin als Drehkreuz für Flugzeuge, die auf land- oder wassergestützte Landebahnen angewiesen waren, da früher bei Flügen über Wasser Flugzeuge mit Schwimmkufen bevorzugt wurden.

Der 2.Vortrag war einer, der ein sehr interessantes und vielleicht auch kontroverses Thema beinhaltete. Er wurde von einer jungen polnischen Doktorandin gehalten die in Posen, Augsburg und München Geschichte studiert hat.  

Es ging um die wissenschaftliche Herangehensweise an das Thema "Vertreibung aus polnischer Sicht". Die Doktorandin berichtete bei ihrer persönlichen Vorstellung darüber das ihre Großeltern aus Lemberg stammten und nach dem 2. Weltkrieg von dort weg mußten und sich dann in Stettin ansiedelten; genauso wie auch viele Deutsche zur damaligen Zeit aus dem Stettiner Raum in den Westen gehen mußten. Sie erklärte auch, das das Schicksal vieler Deutscher aus Pommern erst in den 1990er Jahren in Polen nicht mehr totgeschwiegen wurde und man langsam auf polnischer Seite versucht sich damit zu beschäftigen. Der Vortrag selbst handelte dann von der wissenschaftlichen Definition von Vertreibung wie es in den verschiedenen Ebenen von der persönlichen oder wissenschaftlichen bis zur politischen Ebene definier- und interpretierbar ist.

Anschießend war Gelegenheit für ein bißchen Freizeit.... im Angebot waren ein Konzert mit Musik aus dem Barock im Stadtmuseum oder einfach einmal Luft holen und in Ruhe essen gehen. Ich war mit einigen anderen in der Altstadt essen und habe noch einmal mir Piroggen bestellt. Hier habe ich gemerkt wie unterschiedlich diese schmecken können. Denn hier waren sich nicht noch einmal in der Pfanne angeröstet wie im Alt-Stettin was ich geschmacklich leckerer fand

Später am Abend haben wir uns (fast) alle noch im Café22 oberhalb des Hotels Radison für einen Blick über das nächtliche Stettin getroffen. Empfehlenswert ist, damit man den Blick bei Nacht genießen kann, vorher einmal bei Tag dort oben gewesen zu sein. Von der Atmosphäre erinnert das Café mich ein bißchen an das Restaurant im Hamburger Fernsehturm das früher einen Blick über Hamburg bot. Was im Café22 in Stettin noch das Tüpfelchen auf dem i wäre, wäre eine sich drehende runde Platform wie es früher in Hamburg gab um beim gemütlichen Sitzen einmal alle Ansichten Stettins mitzubekommen.

Freitag, 21. September 2012

Stettin [3] - Dritter Tag - Noch mehr Input

Hallo liebe Leser,

heute waren wir zuerst in der Jacobi-Kirche, früher evangelisch, heute die Hauptkirche des Erzbistums Stettin. Viel spektakuläres zu sehen gab es im Kirchenschiff nicht, da die Kirche gerade saniert wird. Aber der Turm war offen und wir sind mit Fahrstuhl hochgefahren. Die Aussichtsplatform ist verglast und man hat einen tollen Rundumblick über die Stadt.

 

Anschließend gings in die Stadtbibliothek in Stettin, die auch für das Umland zuständig ist und viele alte Schriften aufbewahrt.
Dort gab es 2 Vorträge, einmal von einem Mitreisenden, ein pensionierter Bibliothekar zu dem Begründer der Stettiner Bibliothek Anfang des 20.Jh. und den Einfluß des Begründers der Stettiner Bibliotheksschule auf das gesamte Bibliothekswesen. Eine Ergänzung kam von jemandem aus der Leitung der Stettiner Bibliothek. bei beiden Vorträge wurde 2 sprachig gefahren, also der deutsche Vortrag einsprechend ins polnische übersetzt und beim 2. Vortrag umgekehrt. Dadurch zog sich das natürlich etwas in die Länge und wir mußten zeitlich umdisponieren...

Nach einem turboschnellen Mittagsimbiß ging es dann ins Stettiner Schloss... es ist gerade frisch saniert und toll wiederhergestellt.
Einmal ist dort die Gruft der pommerschen Greifenherzoge (die Linie starb im 17.Jh aus) andererseits gibt es dort ein paar Funde aus dem 10.-13. Jh in Vitrinen zu sehen...

Danach ging es noch geschlossen ins Stadtmuseum von Stettin.

 
Die Museumsleiterin führte uns selbst durch die Räume.
Was sie ausließ und ich Samstag vormittag alleine nachholte, ist der Ausstellungsraum mit den archäologischen Funden aus dem Mittelalter. Beginnend mit dem 9/10 Jh in der slawischen Zeit :-))
Denn mit einer so großen Truppe wie wir es sind ist ein ruhiges recherchieren nicht wirklich möglich, daher klinke ich mich einmal aus um die Gelegenheit zu nutzen mir die hiesige regionale Fundlage genauer in Augenschlein zu nehmen.

Danach ging es noch schnell, weil Freitag abend, in die Wechselstube, hier lohnt sich das Vergleichen, denn z.B. die Fa Kantor hat je nach Lage der Filiale auch unterschiedliche Kurse.

Abends waren wir zum Dinner im Restaurant Alt-Stettin, was sich im Hotel Victoria befindet. Die Einrichtung ist eine Mischung aus Antiquitäten und gesammeltem aus der Zeit vor 1945. Dies gibt dem Restaurant einen urig-heimeligen Touch, man fühlt sich ein bißchen wie in Großmama's guter Stube. Ich habe hier das erste Mal Piroggen probiert (die vegetarische Variante ;-) ) und ich bin richtig angetan von dem Gericht...  Es ist einfach, lecker und macht in der richtigen Menge "pappsatt" :-)).